SORA-Luftfahrtrisiko

Was ist die Air Risk Class (ARC) und warum ist sie wichtig für Drohnenbetreiber?

Die Air Risk Class (ARC) ist innerhalb der Specific Operations Risk Assessment (SORA) die Klassifikation des Risikos einer Begegnung mit bemannter Luftfahrt im operativen Luftraum. Die ARC ist keine separate Genehmigung, Anerkennung oder Klassifikation, die vom Luftfahrt-Bundesamt (LBA) an einen Betreiber vergeben wird. Der Betreiber bestimmt und untermauert die initiale ARC anhand des Luftraums und der erwarteten Begegnungsrate. Nach akzeptierten strategischen Minderungskonzepten kann eine residuelle ARC folgen. Diese residuelle ARC bildet dann die Grundlage für die erforderlichen Tactical Mitigation Performance Requirements (TMPR).

Was bedeutet Air Risk Class?

Die ARC beschreibt das Luftrisiko: die Wahrscheinlichkeit, dass das UAS während des Betriebs auf bemannte Luftfahrt trifft. SORA unterscheidet dafür die Klassen ARC-a bis ARC-d. Eine höhere Klasse steht für eine höhere erwartete Begegnungsrate und erfordert eine strengere Risikokontrolle in der Luft.

Die ARC steht neben der Ground Risk Class (GRC). Die GRC behandelt das Risiko für Personen am Boden; die ARC behandelt das Risiko einer Kollision mit bemannter Luftfahrt. Beide Bewertungen haben also unterschiedliche Themen und dürfen nicht miteinander verwechselt werden.

    Von initialer ARC zu residueller ARC

    Die initiale ARC ergibt sich aus den Merkmalen des operativen Luftraums und der erwarteten Präsenz bemannter Luftfahrt. Der Betreiber muss dafür den relevanten Luftraum, das Verkehrsbild, Flughöhen, Nutzungszeiten und andere operative Bedingungen mit geeigneten Daten und Quellen untermauern.

    Strategische Minderungskonzepte können die Wahrscheinlichkeit einer Begegnung verringern. Denken Sie an ein angepasstes Operationsgebiet, ein begrenztes Zeitfenster oder andere nachweisbare Einschränkungen vor dem Flug. Nur wenn die gewählten Minderungskonzepte nach der SORA-Methodik ausreichend untermauert sind, kann eine niedrigere residuelle ARC verwendet werden.

      Welche Auswirkungen hat die residuelle ARC?

      Die residuelle ARC bestimmt, welche Tactical Mitigation Performance Requirements (TMPR) anwendbar sind. Die TMPR beschreibt das erforderliche Leistungsniveau für taktische Minderung während des Betriebs, einschließlich Detektion, Entscheidungsfindung, Kommando und Kontrolle sowie die Durchführung von Ausweichmanövern, wenn dies erforderlich ist.

      Die konkrete technische und operative Ausgestaltung muss an das ConOps anschließen und nachweislich unterstützt werden mit Verfahren, Kompetenzen, Konfigurationsdaten, Übungen und Beweisstücken. Eine bloße Angabe einer ARC-Klasse ist daher unzureichend.

        Wie kommt ARC in einem Antrag vor?

        Bei einer maßgeschneiderten SORA legt der Betreiber die durchgeführten Schritte, Ausgangsdaten, initiale ARC, strategische Minderungskonzepte, residuelle ARC und die zugehörigen TMPR nachvollziehbar fest. Die zuständige Behörde bewertet diese Untermauerung als Teil des gesamten Dossiers für die betriebliche Genehmigung; es gibt keine separate ARC-Antragstellung oder ARC-Zuweisung.

        Bei einer anwendbaren PDRA sind die Risikobewertung und Bedingungen vorab definiert. Der Betreiber muss dann nachweisen, dass der Betrieb vollständig innerhalb dieser Bedingungen bleibt. Eine PDRA ist also keine freie Methode, mit der der Betreiber eigenständig eine andere ARC wählen kann.

          Praktische Kontrollpunkte für den Betreiber

          Prüfen Sie, ob das ConOps das Operationsgebiet, die vertikalen Grenzen, Nutzungszeiten und relevante Luftraumnutzer genau beschreibt. Legen Sie zudem fest, welche Daten für die Begegnungsrate verwendet wurden, wie aktuell diese Daten sind und welche Annahmen oder Unsicherheiten bestehen.

          Stellen Sie sicher, dass jede strategische und taktische Minderung in Verfahren, Crew-Training, technischer Konfiguration und Nachweisen enthalten ist. Wenn sich das Operationsgebiet, die Luftraumnutzung oder das operationelle Konzept ändern, muss auch die ARC-Untermauerung neu bewertet werden.

          • Legen Sie die Quelle und das Stichtum von Luftraum- und Verkehrsdaten fest.
          • Machen Sie initiale ARC, strategische Minderungskonzepte und residuelle ARC einzeln sichtbar.
          • Koppeln Sie die residuelle ARC an die anwendbaren TMPR.
          • Verweisen Sie aus der Analyse auf Verfahren, Training und technische Nachweise.

          Häufig gestellte Fragen

          Ist die ARC eine Genehmigung, die vom LBA erteilt wird?

          Nein. Die ARC ist eine Risikoklassifikation innerhalb von SORA. Das LBA bewertet die Untermauerung als Teil des Dossiers für eine betriebliche Genehmigung, stellt jedoch kein separates ARC-Zertifikat aus.

          Was ist der Unterschied zwischen initialer ARC und residueller ARC?

          Die initiale ARC ergibt sich aus dem operativen Luftraum vor Anwendung strategischer Minderungskonzepte. Die residuelle ARC ist die Klasse, die verbleibt, nachdem akzeptierte und ausreichend untermauerte strategische Minderungskonzepte angewendet wurden.

          Was ist der Unterschied zwischen ARC und GRC?

          ARC behandelt das Risiko einer Begegnung mit bemannter Luftfahrt. GRC behandelt das Risiko für Personen am Boden. Beide sind separate Teile der SORA-Bewertung.

          Muss jede Operation der Specific Category eine eigene ARC bestimmen?

          Nicht immer. Bei einer maßgeschneiderten SORA wird die ARC entsprechend den SORA-Schritten untermauert. Bei einer anwendbaren PDRA sind die relevanten Risikoergebnisse und Bedingungen vorab definiert, und der Betreiber muss nachweisen, dass der Betrieb dort vollständig hineinpasst.