SORA 2.5

SORA 2.5: Schritt-für-Schritt-Anleitung für Drohnenbetreiber

Die Specific Operations Risk Assessment (SORA) ist ein systematisches Verfahren zur Bewertung der Risiken geplanter UAS-Operationen. Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) hat am 29. September 2025 die Version 2.5 dieser Bewertung in der AMC/GM eingeführt. Für Drohnenbetreiber in Deutschland ist es essenziell, stets klar anzugeben, welche SORA-Version verwendet wird, um Missverständnisse zwischen verschiedenen Versionen und Fachterminologien zu vermeiden. Dieser Leitfaden erläutert Ihnen Schritt für Schritt die Anwendung von SORA 2.5 unter Berücksichtigung der nationalen Regelungen und der Aufsicht durch das Luftfahrt-Bundesamt (LBA).

1. Konzeption der Operation (ConOps) präzise festlegen

Im ersten Schritt ist es unerlässlich, das Concept of Operations (ConOps) klar und vollständig zu definieren. Dabei wird das geplante Einsatzszenario der Drohne detailliert beschrieben: die eingesetzten UAS-Typen, das geografische und vertikale Einsatzgebiet, die betroffenen Luftraumklassen, beteiligtes Personal, Kommunikationsmittel sowie Standard- und Notfallverfahren. Dieses strukturierte Dokument bildet die Grundlage für eine nachvollziehbare und reproduzierbare Risikoanalyse gemäß SORA 2.5.

  • Definieren Sie Standort und Ausdehnung des Operationsgebiets klar und eindeutig.
  • Geben Sie die Art des genutzten Luftraums an, inklusive nationaler Luftfahrteinschränkungen.
  • Beschreiben Sie die verwendeten UAS-Systeme, Sensoren und unterstützende Geräte detailliert.

2. Bewertung von Boden- und Luftrisiken

Ausgehend vom definierten ConOps erfolgt die Bewertung des Bodenkollisionsrisikos für unbeteiligte Personen sowie eine Analyse von Risiken gegenüber bemanntem Luftverkehr. In SORA 2.5 kommen hierfür aktuelle Modelle und Kategorien zum Einsatz, z. B. Bevölkerungsdichte und sensible Gebiete für Bodenrisiken oder Luftraumklasse und Verkehrsintensität für Luftrisiken. Alle im Bewertungsprozess verwendeten Annahmen und Datenquellen sollten transparent dokumentiert werden. Nur Maßnahmen zur Risikominderung, die technisch umgesetzt und nachweisbar sind, dürfen in die Bewertung eingehen.

  • Nutzen Sie die von EASA vorgegebenen und aktualisierten Methoden zur Risikobewertung.
  • Dokumentieren Sie die Herkunft und Art aller verwendeten Datenquellen verlässlich (Kartenmaterial, Statistiken).
  • Beziehen Sie ausschließlich implementierte und verifizierte Risikominderungsmaßnahmen in Ihre Analyse ein.

3. Festlegung des SAIL und der operationellen Sicherheitsziele (OSOs)

Die zusammengeführte Risikoabschätzung für Boden und Luft bestimmt das erforderliche Specific Assurance and Integrity Level (SAIL) für Ihre Mission. Daraus leiten sich die operationellen Sicherheitsziele (Operational Safety Objectives, OSOs) ab, die verbindlich einzuhalten sind, um das identifizierte Risiko angemessen zu beherrschen. Für jedes Sicherheitsziel sollten Nachweise, Verantwortlichkeiten und offengebliebene Erfordernisse klar dokumentiert werden, um die Transparenz und Verantwortlichkeit zu gewährleisten.

  • Ermitteln Sie das zutreffende SAIL gemäß den Vorgaben der SORA 2.5.
  • Formulieren Sie verbindliche OSOs, die konkrete Risikominderungsmaßnahmen, technische Systeme und Verfahren umfassen.
  • Legen Sie zu jedem OSO evidenzbasierte Nachweise und Verantwortliche schriftlich fest.

4. Containment und abschließende Dokumentation der Nachweise

Containment beschreibt die technische und operationelle Sicherstellung, dass sich die Drohne innerhalb vordefinierter räumlicher Grenzen bewegt und das Restrisiko akzeptabel bleibt. Dies betrifft räumliche Begrenzungen am Boden und in der Luft. Technische Abhängigkeiten, wie Redundanzen oder Fail-Safe-Systeme, sowie Notfallprozeduren (Emergency Response Procedures, ERP) sind kritisch zu bewerten und in der Dokumentation festzuhalten. Die SORA gilt erst dann als vollständig, wenn alle Dokumente—ConOps, Operationshandbuch (OM), Notfallpläne, Testprotokolle und Anlagen—konsistent dieselben Risikominderungsmaßnahmen und Grenzen abbilden.

  • Definieren Sie klare Containment-Gebiete am Boden und im Luftraum, unterstützt durch geeignete Maßnahmen.
  • Bewerten und steuern Sie Abhängigkeiten und Ausfallsicherheit der eingesetzten UAS-Technik.
  • Sorgen Sie für vollständige Konsistenz aller operativen Dokumente und Notfallverfahren.

Häufig gestellte Fragen

Ist SORA 2.5 die aktuell gültige Version der Risikobewertungsmethode?

Ja. Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) hat SORA 2.5 im September 2025 über eine Aktualisierung der AMC/GM zur EU-Verordnung 2019/947 eingeführt. Für deutsche Betreiber ist es wichtig, bei Anträgen an das LBA stets die verwendete SORA-Version anzugeben, um Missverständnisse zu vermeiden.

Kann DroneManual eine rechtsgültig genehmigte SORA-Berechnung anbieten?

Nein. DroneManual unterstützt lediglich bei der Strukturierung von Daten und dem Sammeln erforderlicher Nachweise. Die Verantwortung für Methodenauswahl, Annahmen, Berechnungen und die Einreichung bei der zuständigen Behörde liegt ausschließlich beim UAS-Betreiber.

Welche Bedeutung hat Containment innerhalb von SORA 2.5?

Containment ist ein zentraler Aspekt der Risikoabschätzung. Es beschreibt die Sicherungsmechanismen, die gewährleisten, dass der Drohneneinsatz innerhalb vorher festgelegter Grenzen bleibt und dadurch Boden- und Luftfahrtsicherheit gewährleistet sind.

Wie fördert SORA 2.5 Transparenz im Risikomanagement?

SORA 2.5 schreibt die detaillierte Dokumentation von OSOs inklusive Nachweisen und Verantwortlichkeiten vor. Diese Offenlegung ermöglicht es den Behörden und Gutachtern, Risiken nachzuvollziehen und zu kontrollieren.

Worin unterscheiden sich SORA und PDRA?

SORA ist eine detaillierte Risikoanalyse, die speziell für komplexe UAS-Operationen in der Specific-Kategorie entwickelt wurde. PDRA (Pre-Defined Risk Assessments) sind vorab genehmigte Standard-Risikobewertungen, die einfache Operationen abdecken und so den Genehmigungsprozess vereinfachen können.