ConOps

Was ist ein ConOps für Dronebox-Operationen und wie erstellt man es?

Für professionelle und angehende Drohnenbetreiber in Deutschland, die Droneboxen einsetzen – beispielsweise für die Paketzustellung – ist ein Concept of Operations (ConOps) unverzichtbar. Ein ConOps beschreibt den operationellen Kontext, Prozesse, Verantwortlichkeiten und Sicherheitsmaßnahmen und dient als Basisdokument für Anträge oder Meldungen beim LBA. Dieses Dokument hilft auch bei der Bestimmung der richtigen Risikobewertung (z.B. durch SORA) und der Erstellung eines effektiven Notfallplans (Emergency Response Plan, ERP).

Was ist ein ConOps genau?

Ein Concept of Operations (ConOps) ist eine klare und umfassende Darstellung der beabsichtigten Drohnenaktivitäten. Es beschreibt, was getan wird, wie die Operation abläuft, wer beteiligt ist und welche Techniken und Verfahren verwendet werden.

Das ConOps dient als Kommunikationsmittel zwischen dem UAS-Betreiber, der zuständigen Luftfahrtbehörde, dem Luftfahrt-Bundesamt (LBA), und weiteren involvierten Parteien. Für Dronebox-Operationen ist es entscheidend, dass der Plan alle Phasen inklusive Vorbereitung, Start, Flug, Landung und Nachbereitung abdeckt.

  • Ziel und Umfang der Dronebox-Operation
  • Standorte und Fluggebiete
  • Verwendete Drohnen und Systeme (z.B. Dronebox-Typ und Nutzlast)
  • Rolle und Verantwortlichkeiten des Operationsteams
  • Wichtige operative Abläufe und Sicherheitsmaßnahmen

Warum ist ein ConOps wichtig für Dronebox-Operationen in Deutschland?

Für Einsätze in der Spezifischen Kategorie ist ein ConOps oder ein vergleichbares funktionales Dokument häufig erforderlich bei der Beantragung einer Betriebsgenehmigung oder einer Genehmigung für die spezifische Flugoperation. Das LBA nutzt das ConOps zur Bewertung der operationellen Risiken, meist in Kombination mit einer SORA (Specific Operations Risk Assessment).

Darüber hinaus schafft ein gut ausgearbeitetes ConOps eine klare Struktur für das Betriebshandbuch gemäß der EU-Drohnenverordnung, minimiert Missverständnisse im Team und unterstützt die Einhaltung von Sicherheitsverfahren.

  • Erforderlich für Anträge in der Spezifischen Kategorie
  • Hilft dem LBA bei der Risikobewertung
  • Bietet Strukturierung für das Betriebshandbuch
  • Verbessert Sicherheit und Regelkonformität

Wichtige Bestandteile eines ConOps für Dronebox

Ein ConOps für Dronebox-Operationen muss konkrete und nachvollziehbare Informationen zu folgenden Aspekten enthalten:

Jeder Abschnitt sollte klar und prägnant formuliert sein, um praktische Umsetzbarkeit und Sicherheitskonformität zu belegen.

  • Beschreibung des Dronebox-Systems und der eingesetzten Drohnen
  • Operationsszenarien: Flugprofile, Fluggebiete einschließlich Luftraumbeschränkungen
  • Koordination und Meldung an die Flugsicherung und weitere relevante Luftfahrtstellen
  • Kommunikations- und Befehlsstruktur während des Einsatzes
  • Notfallprozesse und Emergency Response Plan (ERP)
  • Ausbildung und Qualifikation des Drohnenbedienpersonals
  • Wartungs- und Inspektionsverfahren

Wie erstellt man ein ConOps für Ihre Dronebox-Operation?

Die Erstellung beginnt mit einer Überblickserfassung der Operation und definierten Zielen. Dabei sollten alle operativ und technisch beteiligten Teammitglieder eingebunden werden.

Es empfiehlt sich, ein standardisiertes Format zu verwenden und vorhandene PDRAs (Pre-Defined Risk Assessments) oder Standard-Szenarien (STS) gegebenenfalls einzubeziehen. Ein erster Entwurf sollte zur Rückmeldung dem LBA vorgelegt werden, besonders bei neuen oder komplexen Operationen.

  • Start mit einer Zusammenfassung der operationellen Ziele
  • Detaillierte Beschreibung der Ausrüstung und Systeme mit technischen Spezifikationen
  • Schrittweise Darstellung der operationellen Abläufe
  • Integration von Risikobewertungen nach SORA oder PDRA
  • Ausarbeitung von Notfall- und Zwischenfallverfahren in einem ERP
  • Dokumentation von Teamrollen und erforderlichen Kompetenzen
  • Regelmäßige Aktualisierung des Dokuments anhand von Praxiserfahrungen

Praktische Tipps und häufige Fehler bei der ConOps-Dokumentation

Das ConOps sollte durchgängig verständlich und jargonfrei gestaltet sein, so dass es sowohl für Führungskräfte als auch operatives Personal gut nutzbar ist.

Typische Fehler in der Praxis sind unvollständige Notfallpläne, fehlende klar definierte Verantwortlichkeiten und die Nichtintegration wichtiger Stakeholder wie der Flugsicherung.

  • Exakte Beschreibung der Fluggebiete zur Vermeidung von Konflikten
  • Klare Darstellung der BVLOS-Verfahren (Beyond Visual Line of Sight)
  • Abgleich des ConOps mit dem Betriebshandbuch und ERP
  • Transparente Dokumentation der Kommunikationsprotokolle
  • Regelmäßiges Testen und Üben der Konzepte

Häufig gestellte Fragen

Ist ein ConOps für jede Dronebox-Operation in Deutschland erforderlich?

Für Dronebox-Operationen in der Spezifischen Kategorie ist in der Regel ein ConOps oder ein vergleichbares funktionales Dokument notwendig, insbesondere bei der Beantragung einer Betriebsgenehmigung. Die spezifischen Anforderungen sollten mit dem Luftfahrt-Bundesamt (LBA) abgestimmt werden.

Kann ich ein Standard-PDRA anstelle eines eigenen ConOps verwenden?

Wenn Ihre Dronebox-Operation vollständig innerhalb eines von EASA genehmigten Pre-Defined Risk Assessment (PDRA) oder Standard-Szenarios (STS) liegt, kann dieses genutzt werden. Für individuelle Operationen außerhalb dieser Rahmen wird ein eigenes ConOps benötigt.

Wie unterstützt ein ConOps die Erstellung einer SORA-Risikobewertung?

Das ConOps liefert detaillierte operationelle Informationen zu Fluggebieten, Flugprofilen, Risikominderungsmaßnahmen und Notfallprozessen, die für die Durchführung der SORA-basierten Risikobewertung unerlässlich sind.

Muss ein ConOps auch Sicherheitsmaßnahmen außerhalb des eigentlichen Drohnenflugs umfassen?

Ja, ein gutes ConOps beschreibt auch die Verfahren zum Laden und Entladen der Droneboxen, zur Sicherung der Ausrüstung sowie zur Kommunikation mit der Umgebung, um einen sicheren Gesamtablauf zu gewährleisten.

Wie oft sollte das ConOps aktualisiert werden?

Da das ConOps ein dynamisches Dokument ist, sollte es nach Änderungen in den operationellen Abläufen, der Technik, der Rechtslage oder nach Vorfällen fortlaufend aktualisiert werden, um die kontinuierliche Sicherheit zu gewährleisten.