Operationshandbuch

Wie schreibt man ein ConOps für Drohnenoperationen?

Ein Concept of Operations (ConOps) ist ein wesentliches Dokument für UAS-Betreiber, das die geplanten betrieblichen Abläufe und Sicherheitsmaßnahmen klar darlegt. Für Operationen in der spezifischen Kategorie ist das ConOps eine zentrale Grundlage für die Beantragung einer Betriebsgenehmigung bei der nationalen Luftfahrtbehörde. Hier geben wir eine praktische Anleitung zur Erstellung eines ConOps, angepasst an die Anforderungen des Luftfahrt-Bundesamts (LBA) und der EASA.

Was ist ein ConOps?

Ein Concept of Operations (ConOps) beschreibt die betrieblichen Abläufe und Sicherheitsvorkehrungen für eine konkrete Drohnenoperation und bildet die Grundlage für das Operationshandbuch. Es ist für Operationen in der spezifischen Kategorie verpflichtend, da hier ein erhöhtes Risiko vorliegt und das Luftfahrt-Bundesamt (LBA) eine umfassende Risikobewertung erwartet.

Die Erstellung eines ConOps ist erforderlich, um eine Betriebsgenehmigung gemäß den EASA-Vorgaben zu erhalten. Es umfasst Details zu den Flugabläufen, beteiligten Personen und Sicherheitskonzepten, die zur Risikominderung umgesetzt werden.

  • Definition und Zweck eines ConOps
  • Pflicht bei spezifischen Kategorie Flügen
  • Grundlage für eine Betriebsgenehmigung beim LBA

Schritte zur Erstellung eines ConOps

Die Entwicklung eines ConOps folgt einem strukturierten Prozess, der alle kritischen Aspekte einer Drohnenoperation abdeckt. Ein gut vorbereitetes ConOps unterstützt nicht nur die Risikobewertung, sondern erleichtert auch die Kommunikation mit der Luftfahrtbehörde.

Die Schritte umfassen typischerweise:

  • 1. Organisationsübersicht: Darstellung der Organisationsstruktur und Zuständigkeiten der UAS-Besatzung, inklusive Verantwortlichkeiten für operative Tätigkeiten.
  • 2. Sicherheitsmanagement: Beschreibung des integrierten Sicherheitsansatzes, durchgeführter Risikoanalysen (z.B. SORA, PDRA) und getroffener Risikominderungen.
  • 3. Ausbildung und Training: Nachweis über Schulungen und Qualifikationen des eingesetzten Personals, angepasst an die Komplexität der Operationen.
  • 4. Wartungsverfahren: Beschreibung des Wartungsplans zum Erhalt der Lufttüchtigkeit, inkl. Dokumentation und Intervallfestlegung.
  • 5. Operative Verfahren: Detaillierte Angaben zum Fluggebiet, Flugprofil, Kommunikationsprotokollen, Notfallprozessen und implementierten Sicherheitsvorkehrungen.
  • 6. Risikobewertung und -minderung: Darstellung erkannter Risiken und deren Steuerung mittels technischer oder organisatorischer Maßnahmen.
  • 7. Kommunikation und Koordination: Erläuterung der internen und externen Kommunikationswege, z.B. mit der Flugsicherung oder anderen beteiligten Stellen.

Beispielstruktur eines ConOps

Ein strukturiertes ConOps erleichtert die Übersichtlichkeit für Betreiber und Behörden. Übliche Gliederungspunkte sind:

Dies fördert eine vollständige und transparente Darstellung des betrieblichen Konzepts.

  • Einleitung: Ziele und Geltungsbereich des Dokuments
  • Organisation und Verantwortlichkeiten: Teamstruktur und Aufgabenverteilung
  • Operationelle Beschreibung: Details zur Drohne, Einsatzort, Flugmuster und Szenarien
  • Sicherheitsanalyse: Identifikation von Risiken und angewandte Gegenmaßnahmen
  • Wartungsplan: Ablauf und Frequenz von Wartungen und Inspektionen
  • Ausbildungsplan: Qualifikation und Training des Personals
  • Notfallverfahren: Vorgehen bei Zwischenfällen und Notlagen
  • Kommunikation: Interne und externe Kommunikationsprozesse

Wichtige Überlegungen bei der Erstellung eines ConOps

Klarheit und Vollständigkeit sind bei der Erstellung eines ConOps unerlässlich. Das Dokument soll sämtliche Aspekte der Operation, Risiken und Maßnahmen transparent darstellen.

Zudem sollten Betroffene folgende Punkte beachten:

  • Einhaltung der EASA-Vorschriften und relevanter nationaler Ergänzungen des LBA sicherstellen.
  • Systematische Dokumentation der Risikobewertung und der gewählten Risikominderungen, z.B. mittels PDRA oder SORA.
  • Berücksichtigung aktueller Betriebsgrenzen wie maximale Flughöhen, VLOS- oder BVLOS-Anforderungen sowie Restriktionszonen.
  • Regelmäßige Aktualisierung des ConOps bei Änderungen im Betriebskonzept oder gesetzlichen Vorgaben.
  • Abspeicherung des ConOps im Operationshandbuch und Nutzung als Referenz für die Durchführung der Operationen.

Häufig gestellte Fragen

Ist ein ConOps für alle Drohnenoperationen verpflichtend?

Ein ConOps ist für Operationen in der spezifischen Kategorie verpflichtend, wie von der EASA definiert. Für Flüge in der offenen Kategorie ist in der Regel kein ConOps erforderlich.

Wo finde ich eine Vorlage für ein ConOps?

Die EASA stellt in ihren 'Easy Access Rules for Unmanned Aircraft Systems' Vorlagen und Leitfäden zur Erstellung von ConOps-Dokumenten bereit, die bei der Erfüllung der formalen Anforderungen helfen.

Wie oft sollte ich mein ConOps aktualisieren?

Das ConOps sollte stets aktuell gehalten werden, insbesondere bei Änderungen in betrieblichen Abläufen, der Organisation, eingesetzten UAS oder relevanten Vorschriften. Regelmäßige Reviews sind empfehlenswert.

Kann ich eine PDRA in meinem ConOps verwenden?

Ja, eine PDRA (Pre-Defined Risk Assessment) kann eingesetzt werden, um das Risikomanagement Ihres ConOps zu strukturieren, sofern die Operation innerhalb der Anwendungsbedingungen der PDRA liegt.